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  • Neu hier?Wir über unsPastoren
    • Volkmar Glöckner
    • Ole Schumann
    Geschichte 

Volkmar, dein Beruf ist Gemeindepastor. Beruf impliziert Berufung. Wie und wann hast du bemerkt, dass Pastor deine Berufung ist? Ich hatte schon als Kind eine sehr emotionale und tiefe Gottesbeziehung. Als ich mich mit 10 Jahren dazu entschied, mich auf das Bekenntnis meines Glaubens an Jesus Christus taufen zu lassen, bekam ich als Leitvers das Wort aus Psalm 51, 17: „Herr, tu meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige!“ Gleichzeitig sagte mein damaliger Pastor halb scherzhaft: „Du wirst mal mein Nachfolger.“ In meinem Kinderherzen war da längst der Wunsch gepflanzt, einmal Pastor oder Missionar zu werden. Als es kurz vor dem Abitur dann um die Entscheidung für eine Berufsausbildung ging, war dieser Kindheitswunsch immer noch lebendig und hatte inzwischen schon einige erwachsenere Bestätigungen erfahren, so dass ich mich zum Theologiestudium anmeldete. Dass mein Beruf wirklich meine Berufung ist, erlebe ich nun seit 30 Jahren. Als Pastor in einer Gemeinde zu arbeiten ist immer noch genau das, was ich machen will.

Was macht dir am meisten Freude im „Arbeitsalltag“ und was ärgert dich mehr als alles andere?Das Schönste ist, mit Menschen zu reden, die eine echte Sehnsucht haben, Gott kennenzulernen, und ihnen von Jesus zu erzählen. Dann mitzuerleben, wie sie vielleicht zum ersten Mal selbst beten und ehrlich ihr Herz für Gott öffnen, das ist einfach großartig!
Bei mir selbst ärgert mich am meisten, wenn ich mich zu irgendeiner unbedachten Reaktion oder Entscheidung habe herausfordern lassen. Bei anderen (und auch bei mir selbst) ärgert mich der Hang, Menschen zu be- oder sogar zu verurteilen, anstatt sie mit den Augen Gottes zu sehen. 

Welche Visionen, für dein Berufs- und Privatleben, hast du? In einer immer kälter und liebloser werdenden Welt möchte ich daran mitwirken, dass unsere Gemeinde ein Lebensraum ist und mehr und mehr wird, wo erschöpfte und verletzte Menschen (und auch ich selbst) Schutz finden und atmen können. Ich möchte nicht nur von der Liebe Gottes reden, sondern sie auch mit anderen teilen und erleben.
Mit der Gemeinde in der Friedenskirche möchte ich noch mehr Möglichkeiten entdecken und nutzen, in unsere Umgebung und die Stadt Lübeck hineinzuwirken.
Persönlich möchte ich noch einmal mit „alten Weggefährten“ ein musikalisches Projekt wagen.

Im Gemeindeumfeld wird häufig das Bild vom Hirten und seinen Schafen gebraucht. Sind Gemeindemenschen dumme Schafe, oder welcher Sinn steht hinter diesem Vergleich?
Dieses biblische Bild wird ja von König David in Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirte“, vom Propheten Hesekiel (Kapitel 34) „Weh euch, ihr Hirten!“ und später von Jesus im Johannesevangelium (Kapitel 10) „Ich bin der gute Hirte!“ verwendet. Da geht es nicht um Dummheit, sondern um die ehrliche Einsicht, dass wir Menschen immer wieder auf Führung angewiesen sind und darum auch verführbar sind. Wir haben alle mal mehr und mal weniger Fürsorge nötig und können dabei enttäuscht oder sogar ausgebeutet werden. Im Tiefsten sind wir abhängig von der Führung und Fürsorge des einzig wirklich guten Hirtens, von Gott bzw. von Jesus selbst.
Jeder, der andere führt und verantwortlich ist, für sie zu sorgen, muss sich in seinem Hirtendienst vor Gott verantworten – jeder Pastor, jede Mutter, jeder Vater, jeder Pädagoge, jeder Arbeitgeber, jeder Politiker.
Obwohl das Bild vom Hirten und den Schafen aus dem kulturellen Umfeld der Bibel kommt, beschreibt es auch heute noch in vielerlei Hinsicht treffend, worauf Führungskräfte zu achten haben!

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